#1 Haben Sie die Zielgruppe im Blick

Jeden Tag werden wir mit Informationen überflutet und unser Gehirn selektiert automatisch. Das passiert zum größten Teil unterbewusst, aber natürlich auch ganz gezielt. Und zwar immer dann, wenn wir uns diese Fragen stellen: Interessiert mich das? Lohnt es sich hinzuhören? 

Wenn Sie Wissen vermitteln möchten, dann entscheiden nicht Sie, was die Lernenden im Kopf behalten werden, sondern das entscheiden die Lernenden selbst. Wir sprechen hier von intrinsischer Motivation. Also der Motivation, die Ihre Lernenden aus sich heraus mitbringen. Das Wichtige ist demnach, sich in Ihre Zielgruppe genau hineinzuversetzen. Also zu fragen: Warum sollte das meine Zielgruppe interessieren? Welchen Mehrwert hat sie davon, sich mit meinen Inhalten auseinander zu setzen?

Wenn Sie bei der Erstellung Ihrer Lerninhalte diese Fragen für Ihre Zielgruppe beantworten können, sind Sie ein enormes Stück weiter.

 



#2 Halten Sie es einfach und übersichtlich

Durch die Gehirnforschung wissen wir, dass unser Arbeitsgedächtnis 7 Informationseinheiten gleichzeitig aufnehmen kann – und zwar für 10 bis 20 Sekunden. Das bedeutet, dass Sie Ihre Botschaften und Lerninhalte sehr gezielt auf den Punkt bringen müssen. Denn sonst ist der Arbeitsspeicher des Gehirns voll, noch bevor Sie Ihre Kernbotschaft vermittelt haben. Ihre aufwändig vermittelten Inhalte sind nach 20 Sekunden schon wieder vergessen – und Sie müssten alles wiederholen.

Sie können Ihre Lerninhalte aber auch so aufbereiten, dass das Wissen, das Sie vermitteln wollen, an schon vorhandenes Wissen anknüpft. Das geht, in dem Sie Ihre komplexen Inhalte zunächst in kleinere Lerneinheiten zerlegen und diese so strukturieren, dass sie aufeinander aufbauen.

Fangen Sie mit den Grundlagen an und finden Sie immer wieder Beispiele, die Ihre Lernenden schon kennen. Sogenannte Microlearnings von circa 3 bis 5 Minuten sind Lerneinheiten mit einer guten Länge.

Verbinden Sie Bekanntes mit Unbekanntem, so schaffen Sie im Gehirn Anknüpfungspunkte. Diese erleichtern nicht nur das Lernen, sondern erhöhen auch die Bereitschaft, sich mit Ihren Inhalten auseinanderzusetzen.

 



#3 Erzählen Sie Geschichten

Die Idee, Storytelling zu verwenden, um Inhalte und Botschaften zu vermitteln, kommt ursprünglich aus dem Marketing. Doch es hat sich gezeigt, dass auch in der Wissensvermittlung das Erzählen von Geschichten hilfreich ist.

Doch warum ist das so? Es gibt im menschlichen Gehirn eine Region die nennt sich Cortex. Dieser Cortex ist unser Langzeitgedächtnis, in dem unser Wissen abgespeichert wird. Ihr Ziel als Wissensvermittelnde muss es sein, dass Ihre Inhalte dort abgespeichert werden. Allerdings ist der Hippocampus im Gehrin dafür zuständig, die Inhalte für den Cortex zu filtern und im Langzeitgedächtnis zu verankern.

Der Hippocampus ist wie ein Türsteher, der ganz genau schaut, wer auf die Party darf und wer nicht. Bei jeder einzelnen Person in der Schlange fragt er sich, warum er sie rein lassen sollte. Er ist daher sehr schnell gelangweilt, wenn ihm die Person einfach nur trockene Fakten erzählen, um auf seine Party zu kommen. Unser Türsteher Hippocampus schaltet entsprechend sehr schnell ab, denn nur die spannenden Gäste lässt er rein.

Unterstützt wird der Hippocampus von der Amygdala. Als Teil des limbischen Systems ist sie für das emotionale Gedächtnis zuständig. Sie wird aufmerksam, wenn anstatt nur trockener Fakten plötzlich Geschichten oder Emotionen dazu kommen. An diesen Punkt weckt sie unseren Türsteher Hippocampus wieder auf und dieser lässt dann die Partygäste rein.

Um wieder den Bogen zu unserem Gehirn zu schlagen: Die Partygäste sind die Informationen, die Sie vermitteln möchten. Diese wollen auf die Party, beziehungsweise in den Cortex gelangen. Und das funktioniert am besten, indem Sie Ihre Fakten in spannende Geschichten verpacken. So wie ich gerade in meinem Beispiel mit dem Türsteher Hippocampus.
 

Um dem Gehirn die Verarbeitung zu erleichtern, sollte Ihre Geschichte folgende Eigenschaften enthalten:

  • Sie sollten einfach sein: Eine Prinzessin lebt gefangen im hohen Turm und wartet auf einen Prinzen, der sie rettet.
  • Sie sollten ein Überraschungsmoment oder einen Twist beinhalten: Ein Prinz macht sich auf, um die Prinzessin zu retten, doch trifft auf einen Drachen, der den Turm bewacht.
  • Sie sollte einen Helden haben: Der Prinz ist selbstverständlich heldenhaft – er bezwingt den Drachen.
  • Sie sollte emotional sein: Die Prinzessin wird nach einem harten Kampf gerettet und eilt zu dem verletzten Prinzen.

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