Mitarbeiter lieben Veränderungen! Nicht.

Herausforderung Change Management und wie Sie das Verhalten Ihrer Mitarbeiter nachhaltig verändern können.

„Warum ist das nötig? Das haben wir doch immer schon so gemacht! Ich habe keine Lust mich kurz vorm Ruhestand noch mit neuen Dingen auseinandersetzen zu müssen.“ Diese Aussagen kennen Sie sicher auch, wenn es um Veränderungen innerhalb von Unternehmen geht.

Die Perspektive der Mitarbeiter

Was wie eine grundlegende Ablehnung von Veränderungen wirkt, bedeutet im Grunde Unsicherheit. Denn aus Mitarbeitersicht gibt es Prozesse und Routinen, die sich bewährt haben und deren Veränderungen zunächst ein Risiko darstellen. Denn wenn Aufgaben routiniert erledigt werden, passieren in der Regel weniger Fehler und alle wissen, worauf man sich verlassen kann. Nichts zu verändern, ist aus der Mitarbeitersicht also grundsätzlich richtig.

Die Perspektive der Führungskräfte

In der Geschäftswelt ändern sich die Rahmenbedingungen fast täglich: gewünschte Ziele werden nicht mehr erreicht, neue Strategien werden von der Geschäftsleitung vorgegeben, die Märkte und Kunden verändern sich oder neue Technologien greifen in gewohnte Arbeitsprozesse ein. In diesen Fällen müssen sich die Mitarbeiter an die neuen Gegebenheiten anpassen und Ihr Verhalten ändern. Change Management trägt somit entscheidend zum Unternehmenserfolg bei.

Ein kleiner Blick in die Gehirnforschung

Wie geht unser Gehirn mit Veränderungen eigentlich um? Grundsätzlich kann ein Mensch seine geliebten Gewohnheiten nur schwer ändern, weil sie vom Gehirn auf eine bestimmte Art und Weise gesteuert werden. Gewohnheiten werden in die gleichen Bereiche abgelegt wie Gehen, besondere Gefühle oder Instinkte wie Hunger und Durst.  Die geliebten Routinen am Arbeitsplatz die regelmäßig bestärkt werden und positiv besetzt sind, führen zu einer sehr starken Verbindung. Diese lassen sich nur schwer wieder lösen. Veränderungen verbinden Menschen also mit Gefühlen der Angst, Risiko und Stress. Das Auflösen dieser Verbindungen führt somit zu Belastungen, die als Stress empfunden werden.

Exkurs zum inneren Schweinehund:
neue Erkenntnisse aus der Verhaltenspsychologie

Auch im Privatleben tun sich Menschen mit Veränderungen schwer, die geliebten Gewohnheiten zu verlassen. Neuste Studien bieten hier erste Erkenntnisse darüber, wie sich das Verhalten nachhaltig verändern lässt. Dazu möchten wir auf einen Zeitungsartikel von 2018 in der Süddeutschen Zeitung verweisen. In diesem Artikel wird über die Psychologieprofessorin an der University of Pennsylvania Angela Duckworth berichtet, die folgende fünf Erkenntnisse zum Thema Verhaltensänderung teilt:

  1. Eine klare Zielsetzung ist alles:
    Wer sich verändern möchte, braucht eine Idee, eine Vision oder ein Bild für die nächsten Jahre.
     
  2. Viel Selbsterkenntnis:
    Jeder muss sich seiner eigenen Stärken und Schwächen bewusst werden.
     
  3. Ohne Genuss geht‘s nicht:
    Veränderung muss Spaß machen, sonst funktioniert´s nicht.
     
  4. Etwas Wettbewerb tut gut:
    Bereits im leichten Wettkampf zueinander können Menschen länger durchhalten, als beim netten nebeneinander Herlaufen.
     
  5. Motivation durch Belohnung:
    Wer sich nach Meilensteinen belohnt, ist motiviert für die nächste Etappe.

Das System der Veränderung scheint also mit Klarheit, Selbsterkenntnis, Genuss, Wettbewerb und Belohnung besser zu funktionieren. Zum ausführlichen Artikel in der Süddeutschen Zeitung geht’s hier.
 


Projektreferenz Premier Inn: Mit Verhaltensänderungen zu neuem unternehmerischen Wachstum 

Wie Sie das Mitarbeiterverhalten ändern können

Was für die private Motivation und Veränderungsbereitschaft gilt, lässt sich auch in den beruflichen Alltag übertragen. Veränderung ist ein Prozess, mit dem die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter gelenkt werden soll. Folgende Prozessschritte sind hilfreich, um Veränderungsprozesse nachhaltig voranzutreiben:  

  1. Machen Sie die Notwendigkeit der Veränderung deutlich
    Warum ist die Veränderung nötig und warum müssen dafür gewohnte Pfade verlassen werden? Geben Sie Ihren Mitarbeitern eine Vision an die Hand, was in Zukunft besser wird, eine Orientierung bietet und warum es sich lohnt, alte Verhaltensmuster zu verlassen. Der Sinn der Veränderung wird besser verstanden.
     
  2. Die Vorteile zeigen und Veränderungen positiv besetzen
    Das neue Verhalten bringt Vorteile oder etwas Gutes. Erklären Sie den Mitarbeitern die positiven Aspekte und Vorteile genau, indem Sie diese mit sachlichen und nüchternen Informationen verknüpfen. Dies können beispielsweise Zahlen und Fakten sein, die belegen, wie positiv sich etwas entwickeln wird, wenn diese Veränderung hervorgerufen wurde. Vielleicht haben Sie aber auch Erfolgsgeschichten im Unternehmen der Vergangenheit, die beweisen, wie erfolgreich man nach einem gemeinsamen Veränderungsprozess wurde.
     
  3. Regen Sie zum Nachdenken an, was zukünftig besser laufen soll  
    Regen Sie Ihre Mitarbeiter an, über die Zukunft nachzudenken. Was müsste ich tun, damit meine eigene Arbeitswelt besser wird? Eine positive Perspektive – die tatsächlich etwas verbessert – hilft die Veränderungen besser zu verstehen. Ein optimistischer Blick in die Zukunft verringert das Leiden beim Aufbrechen liebgewonnener Routinen.
     
  4. Setzen Sie Verhaltensänderungen strukturiert um  
    Erst wenn allen Mitarbeitern klar ist, was passiert und wo die Reise hingeht, kann sich das Verhalten langfristig ändern. Definieren Sie nachvollziehbare Prozesse und Aufgaben und allen Beteiligten wird klar, welches Verhalten zur Veränderung passt. Im Anschluss wird die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter auf die neue Struktur ausgerichtet und mit Schulungsmaßnahmen und Trainings unterstützt.
     
  5. Wiederholung macht den Erfolg   
    Gewohntes Verhalten zu ersetzen funktioniert nur, wenn es regelmäßig wiederholt wird. Führungskräfte müssen ihren Mitarbeitern immer wieder vorleben, wie das neue Verhalten aussieht. Dabei dürfen auch sie nicht in alte Strukturen zurückfallen. Vergessen Sie nicht: Mitarbeiter beobachten ihre Führungskräfte ganz genau.
     
  6. Belohnen Sie Ihre Mitarbeiter    
    Je größer und komplexer die Veränderung ist, desto langwieriger wird der Veränderungsprozess sein. Definieren Sie daher Meilensteine und werten Sie die Meilensteine mit positiven Gefühlen auf. Dies können Incentives sein wie Team-Ausflüge, Mitarbeiterfeste oder besondere Boni, die sie ihren Mitarbeitern bieten. Wenn Ihr Team bei jedem geschafften Veränderungsschritt belohnt wird, wird es bereitwillig auch den weiteren Weg gehen.
     
  7. Fördern Sie den leichten Wettbewerb
    Ein interner Wettbewerb, kann die Motivation beflügeln. Rufen Sie Ihre Abteilungen auf, eigene Ideen zu entwickeln, wie Veränderungen in Zukunft gestaltet werden können. Belohnen Sie im Anschluss die besten Ideen mit einem attraktiven Bonus, wie beispielsweise einen Abteilungsausflug.
     
  8. Das neue Verhalten im Alltag verfestigen.    
    Sie haben das neue Verhaltensziel erst erreicht, wenn genügend Mitarbeiter das neue Verhalten als das bessere akzeptiert haben. Dies gelingt noch besser, wenn sie die positiven Auswirkungen des neuen Verhaltens mit aktuellen Daten und Fakten belegen können. „Wir haben erreicht, dass durch … der Umsatz um … gestiegen ist und alle Arbeitsplätze gesichert werden konnten…“


Wir unterstützen Sie bei Ihren Change-Management-Prozessen
mit folgenden Lösungen: 

Visuelle Lernpfade – neue Wege für neue Ziele
Mit einem Visuellen Lernpfad können Sie verschiedenste Veränderungsprozesse darstellen und im Einzelnen detailliert erklären. Die Lerner erhalten einen Gesamtüberblick und können sich in Details einarbeiten. Mehr zu Visuellen Lernpfaden

Interaktive Erklärbilder – komplizierte Prozesse in einfachen Bildern
Erklären Sie komplizierte Prozesse mit einfachen Bildern. Mehr zu Interaktiven Erklärbildern

Erklärvideos – Veränderungsprozesse in bewegten Bildern 
Erklärvideos sind klassische Medien für Change Management Schulungen. Sie entsprechen dem modernen Medienkonsum und haben einen hohen Unterhaltungswert. Mehr zu Erklärvideos

Die Kernaussage

Erfolgreiches Change Management lässt sich mit den Erkenntnissen der Verhaltenspsychologie erfolgreicher umsetzen. 

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